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Sie mögen denken, dass das Sehen von den Augen gemacht wird. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit, denn das visuelle Erlebnis wird wesentlich auch vom Gehirn erzeugt. Wie bereits erwähnt, wiegt die Retina nur etwa ein Gramm. Die am Sehprozess beteiligten Hirnareale dagegen wiegen mehrere hundert Gramm. Wer den Beitrag des Gehirns an der Sehfähigkeit und der Sehkraftverbesserung ignoriert, ähnelt einem Menschen, der sich nur mit der Linse beschäftigt, die Kamera dahinter jedoch außer Acht lässt

Im Hinblick auf das Verständnis des Sehverlusts hat das Gehirn eindeutig einen besseren Ruf verdient. In dem um den Faktor hundert schwereren Gewebeanteil, mit dem das Gehirn an der Verarbeitung der visuellen Informationen mitwirkt, liegt ein für die Wiederherstellung der Sehkraft noch weitgehend unerschlossenes Potenzial. Erst in jüngerer Zeit wurde es entdeckt.

Lange Zeit hielt man einen Sehverlust für völlig unumkehrbar. Doch die Forschung hat uns in den letzten zwanzig Jahren etwas anderes gelehrt und erhebliche Fortschritte gemacht.

Wenn Sie verstehen, wie die visuellen Zentren Ihres Gehirns funktionieren und wie sich Ihre grauen Zellen mit ihren vielfältigen Verbindungen am besten nutzen lassen, können Sie vielleicht zu dem Schluss kommen, dass auch Ihre Sehleistung verbessern werden kann.

In diesem und den nächsten Beiträgen werden wir die mögliche Erholungsfähigkeit der Sehleistung und wie sie zumindest teilweise repariert werden kann, besprechen.

Der Schlüssel hierzu ist die richtige Nutzung der mentalen Funktionen und Potenziale, die das Gehirn im Alltag ständig einsetzt – insbesondere diejenigen, die am Prozess des normalen Lernens beteiligt sind. Diese Lernmechanismen geben Ihnen neue Mittel an die Hand, das neuronale Netzwerk Ihres Gehirns zu verändern. Die Verbesserung der Sehleistung ist kein völlig überraschendes Wunder, sondern ein Prozess, der die natürliche Fähigkeit des Gehirns ausnutzt, sich an Veränderungen anzupassen – ein ganz normaler Vorgang, den wir täglich erleben. Wissenschaftler bezeichnen diesen Modifizierungsprozess als Hirnplastizität oder Neuroplastizität.

Um besser zu verstehen, was Neuroplastizität ist, schauen Sie sich ein kurzes Video an:

Wie Ihr Gehirn sich verändern kann? Lesen Sie darüber in unserem nächsten Beitrag.