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Wie transorbitale Wechselstromstimulation wirkt?

Sie können sich das Gehirn als eine Art Verstärker vorstellen. Wie ein Audioverstärker ein schwaches Signal vom Mikrofon verstärken und modulieren kann, so ist das Gehirn mit seinen neuronalen Netzwerken in der Lage, die von der Netzhaut ankommenden Signale zu filtern, zu verstärken und zu übersetzen: Die neuronalen Impulse werden in bewusstes Sehen umgewandelt. Diese Verstärkung ist schon für normal Sehende wichtig; besonders wertvoll ist sie, wenn das Sehvermögen eingeschränkt ist und weniger Signale zum Gehirn vordringen. Das Gehirn hat das Talent, aus eingeschränkten Informationen das Beste zu machen. Das funktioniert ähnlich wie bei einer Nachtsichtbrille, die das kleinste Bisschen Helligkeit verstärkt. Und wie eine Nachtsichtbrille nicht in völliger Dunkelheit funktioniert, braucht auch das Gehirn ein gewisses Restsehvermögen. Es ist äußerst begabt darin, Informationen zu verstärken und zu interpretieren. Dafür nutzt es seine vielen miteinander vernetzten neuronalen Schaltkreise, die an verschiedensten Funktionen beteiligt sind. Diesen Vorgang nennt man Synchronisation (siehe Abbildung). Nur wenn das Gehirn richtig synchronisieren kann, kann es die Aktivität aller seine Areale koordinieren und bewusstes Sehen ermöglichen.

Die Abbildung  zeigt, wie das funktionieren könnte. Neuronale Netzwerke schwingen beständig, ihre Aktivität nimmt zu, nimmt ab, nimmt zu, nimmt ab. Wenn das zu unterschiedlichen Zeiten geschieht, ist das Schwingungsnetz asynchron, und die Wellen können einander aufheben. Schwingen sie jedoch im gleichen Rhythmus, also exakt im Takt, addieren sie sich zu einer einzigen, großen Welle.

Stellen wir uns nun ein schwaches Netzhautsignal vor, das als einzelne Welle in einem teilweise geschädigten Abschnitt der Netzhaut entsteht und zum Gehirn geleitet wird. Es ist zu schwach, um sich einen Weg durch das nicht synchronisierte Gehirn zu bahnen. Das Signal wird nicht verstärkt, geht also bei der Übersetzung verloren. Es kommt zu keinem Seh-Erleben. Trifft unser winziges Netzhautsignal jedoch auf synchronisierte Gehirnaktivität, dann können sich die Wellen zu einer großen »Flutwelle« summieren. Dadurch wird das visuelle Signal ausreichend verstärkt, um eine Wahrnehmung zu ermöglichen. So macht das Gehirn weniger zu mehr!