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Transorbitale Wechselstromstimulation oder tACS regt sämtliche Nervenzellen der Retina gleichzeitig an. Neuere klinische Ergebnisse haben gezeigt, dass man mit dem Hirnschrittmacher die Sehfunktionen sogar viele Jahre nach einer Verletzung verbessern kann. Die Behandlung basiert auf der mehr als 15-jährigen Forschung in Professor Sabels Labor an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, bei der wir vorrangig Menschen mit geschädigtem Sehnerv und Glaukom behandelt haben.

Wie beim Sehtraining sind bei tACS weder Medikamente noch eine Operation vonnöten; zudem verläuft die Behandlung schmerzfrei. Sie wird zehn Tage lang täglich für 30 bis 50 Minuten durchgeführt.

Bei der Behandlung müssen Sie lediglich mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl sitzen oder auf einer Liege liegen. Durch die befestigten Elektroden wird ein schwacher Strom, der sämtliche Zellen der Retina zum schnellen Feuern aktiviert, gesendet. Keine Sorge: Die Stromstärke beträgt weniger als 0,0005 Ampere – schwächer als die Impulse eines Herzschrittmachers–, und Sie werden allenfalls ein leichtes Kribbeln spüren, wenn der Strom die Haut passiert.

Der Strom pulsiert in einer bestimmten Frequenz – für gewöhnlich zehn- bis dreißigmal pro Sekunde. Er zwingt die Nervenzellen in der Retina zu feuern, Nervenimpulse zum Gehirn zu schicken, wodurch sich das Muster der Hirnwellen verändert. Was gemeinsam feuert, vernetzt sich miteinander.

Die tACS-Behandlung regt die gesamte Retina sehr schnell an. Man fühlt sich dabei mitunter wie in einer Disco, da man durch die elektrische Stimulation der Netzhaut ein pulsierendes Licht sehen kann. Diese durch den Strom erzeugten Lichtwahrnehmungen, sogenannte Phosphene, sind ein gutes Zeichen, denn sie bedeuten, dass die Nervenzellen ausreichend stimuliert werden.

Falls Sie sich eine tACS-Behandlung ansehen möchten, finden Sie hier ein Video: www.youtube.com/watch?v=g8p3mWsLvAI.

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Behandlung mit Wechselstrom-Stimulation eignet sich nicht für alle Menschen. Bei Epileptikern ist sie nur in Ausnahmefällen möglich. Ähnlich wie beim Training zur Sehkraftverbesserung spricht außerdem ein Teil der Patienten nicht auf die Therapie an – für gewöhnlich etwa 25 Prozent. Der Mehrzahl der Patienten bringt sie jedoch eine spürbare, einigen Patienten (etwa 30 Prozent) sogar massive Besserungen.