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2015 wies Dr. Robert Rich (New York Eye and Ear Infirmary of Mount Sinai) in einer  in PLOS ONE (2015; doi: 10.1371/journal.pone.0144505) veröffentlichten Studie nach, dass der Augeninnendruck  bei vier beliebten Yoga-Positionen steigt.

Yoga gehört heute bei vielen Menschen zum Lifestyle. Die auf der indischen Philosophie beruhenden körperlichen Übungen und Atemtechniken gelten als stressreduzieren und gesundheitsfördernd.

Menschen mit einem erhöhten Augeninnendruck (IOP) sollten aber vorsichtig sein.

Bereits heute wird Glaukom-Patienten empfohlen, bestimmte sportliche Aktivitäten wie Klimmzüge oder Gewichtheben zu vermeiden, weil es bei ihnen zu einem deutlichen Anstieg des Augeninnendrucks kommt. Auch ein Kopfstand gilt als bedenklich. Die Auswirkungen von Yoga-Positionen waren bisher aber nicht bekannt.

In der Studie wurden bei zehn gesunden Probanden und bei zehn Patienten mit Offenwinkelglaukom der Augeninnendruck vor, während und nach vier bestimmten Yoga-Positionen mehrfach gemessen. Der IOP-Wert war vor den Übungen in beiden Gruppen gleich (ein erhöhter IOP ist einer der Risikofaktoren für das Glaukom).

Bei der Yoga-Position Adho Mukha Svanasana (Abbildung 1), die auch als herabschauender Hund bezeichnet wird, stieg der IOP bei Glaukompatienten von 17mmHg auf 28 mmHg, bei gesunden Probanden von 17 auf 29 mmHg.

Abb. 1 Yoga-Position Adho Mukha Svanasana

Der zweihöchste Anstieg wurde in der Position Uttanasana, stehende Vorwärtsbeuge (Abbildung 2), gemessen. Der IOP stieg bei den Glaukom-Patienten von 17 auf 27 mmHg und gesunden Probanden von 18 auf 26 mmHg.

Abb. 2 Yoga-Position Uttanasana

Bei der Position Halasana,Yoga-Pflug, (Abbildung3) stieg der IOP bei Glaukom-Patienten von 18 auf 24 mmHg und bei gesundenProbanden von 18 auf 22 mmHg.

Abb. 3 Yoga-Position Halasana

Die geringsten Veränderungen gab es in der Position Viparita Karani, Umkehrhaltung, (Abb.4). Der IOP stieg bei Glaukom-Patienten von 17 auf 21 mmHg und bei den gesunden Probanden von 17 auf 21 mmHg.

Abb.4 Yoga-Position Viparita Karani

Der temporär angestiegene IOP sank in beiden Gruppen wieder auf die Ausgangswerte. Eine potenzielle Gefährdung für Glaukom-Patienten kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Dementsprechend sollten die Yogatreibenden mit Glaukom oder Optikusschädigungen mit anderen Ursachen ihre Yogaübungen vorsichtig auswählen.

© rme/aerzteblatt.de

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