Was ist Retinitis Pigmentosa?
Bei der Retinopathia pigmentosa oder Retinitis pigmentosa (RP) handelt es sich um eine bislang weitgehend unheilbare Netzhautdegeneration. Dabei können die Sinneszellen (Photorezeptoren) der Netzhaut (Retina) am Augenhintergrund ab sterben. Meist sind es die Stäbchen, die zuerst am Rande des Gesichtsfelds liegen betroffen, und beim Fortschreiten der Erkrankung kann sich der Schaden langsam und schrittweise vergrößern, bis hin zur Makula. Die Makula ist der Bereich des schärfsten Sehens.
Ursachen
Namensherkunft und Epidemiologie
Der Name Retinitis pigmentosa stammt aus dem Jahr 1855, als der Niederländer Frans Donders das Krankheitsbild erstmals beschrieben hat. Die Wortendung -itis weist dabei auf eine Entzündung hin, was medizinisch aber nicht korrekt ist, da kein Entzündung vorliegt. Daher benannte man diese Krankheit in Retinopathia pigmentosa um. Sie ist aber auch unter dem Begriff Patermann-Syndrom bekannt. Bei Tieren wird die gleiche Erkrankung progressive Retinaatrophie genannt.
In Deutschland sind zwischen 30.000 und 40.000 Menschen von der Retinopathia pigmentosa betroffen, weltweit sind es schätzungsweise drei Millionen Menschen. Möglicherweise ist die Dunkelziffer höher, da die Krankheit schleichend verläuft. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Retinopathia pigmentosa zu erkranken, liegt demnach bei eins zu 2.000.
Wie sieht man mit Retinitis pigmentosa?

Wie entsteht Retinitis pigmentosa?
Schon in frühen Stadien können die Betroffenen aufgrund der Nachtblindheit und des Röhrenblicks auf Orientierungshilfen angewiesen sein, wie beispielsweise den Langstock. Häufig führt die Retinopathia pigmentosa zur Erblindung. Fast die Hälfte aller Erkrankten entwickelt zusätzlich im Erwachsenenalter einen Grauen Star.
Vom ersten Symptom bis zur Erblindung kann es ein langer Prozess sein, der sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Dabei ist die Retinitis pigmentosa psychisch sehr belastend.
Die assoziierte Retinopathia pigmentosa (Syndrom)
Etwa ein Viertel aller RP-Patienten leidet an dem Syndrom der assoziierten Retinopathia pigmentosa. Das bedeutet, dass nicht nur das Auge, sondern auch andere Organe des Patienten Krankheitssymptome aufweisen. Dazu können Hörstörungen ebenso gehören wie Herz-Rhythmusstörungen, Lähmungen, Gehstörungen, Muskelschwäche und viele andere.
Am bekanntesten sind diese Syndrome: das Usher-, das Bardet-Biedl-, das Refsum-, das NBIA-, das Alport- und das Saldino-Mainzer-Syndrom.
Retinopathia (Retinitis) pigmentosa Diagnose
Fallen in der Kindheit bereits Symptome auf, ist unbedingt ein Augenarzt zu konsultieren. Die Retinopathia Pigmentosa kann bereits in jungen Jahren mithilfe eines Elektro-Retinogramms diagnostiziert werden, bei dem reduzierte Potentiale nachgewiesen werden können.
Bei der augenärztlichen Untersuchung können zudem enggestellte Gefäße der Retina, eine wachsgelbe Atrophie der Sehnervenpapille sowie eine knochenkörperchenartige Pigmentierung festgestellt werden. Makulaveränderungen finden sich erst in späteren Stadien.
Eventuelle Hörstörungen oder die Blutwerte zeigen, ob möglicherweise das Syndrom der assoziierte Retinopathia pigmentosa vorliegt.
Kann man Retinitis pigmentosa heilen?
Derzeit gibt es leider keine schulmedizinische Behandlung, die ein Fortschreiten der Retinopathia pigmentosa verhindert oder die Krankheit heilen kann. Bis zur Hälfte aller Betroffenen erblindet noch vor ihrem 40. Lebensjahr. Es gibt allerdings wenige, seltene Sonderformen der Retinitis pigmentosa, bei denen der Prozess mit gezielten Maßnahmen zum Stillstand gebracht werden kann.
Dass es solche Einflüsse gibt, legen klinische Beobachtungen nahe: Sehverluste bei der Retinitis Pigmentosa sind bei der Savir-Therapie teilweise reversibel. Bei dieser Therapie wird mittels kleiner Mikrostrom-Impulse die Durchblutung in Auge und Gehirn verbessert, so dass „lahmgelegte“ Nervenzellen wieder belebt und die noch vorhandenen optischen Reize besser verarbeitet werden können. Diese Mikrostrom-Behandlung kann das Sehvermögen von Patienten, die an einer Retinopathia (Retinitis) pigmentosa leiden, deutlich steigern.
Die Savir-Therapie der Retinopathia (Retinitis) pigmentosa
Ist die Mikrostrom-Behandlung wirksam?
Risiken und Nebenwirkungen der Savir-Therapie
Es gibt kaum Risiken und Nebenwirkungen der Savir-Therapie. Bei über 2.000 Patienten wurde bislang kein einziges Ereignis schwerwiegender Störungen beobachtet. Die dort verwendeten Stromimpulse sind so schwach, dass sie kaum auf der Haut gespürt werden. Eventuell bemerken die Patienten bei geschlossenen Augen während der Behandlung kurze Lichtblitze.
Die Stromimpulse sind im Übrigen deutlich geringer als die eines Herzschrittmachers.
Da ist mehr Licht am Ende des Tunnels bei Retinitis Pigmentosa.

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