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Augenuntersuchungen: Was Sie darüber wissen sollten

Wie Sie über Ihren Sehverlust informiert bleiben

Wie bereits erwähnt, sollten Sie ihre Augen ab dem Alter von 40 Jahren möglichst alle zwei bis fünf Jahre untersuchen lassen. Ohne die Augenuntersuchungen lässt sich kaum sagen, ob Sie bereits dabei sind, langsam zu erblinden. Außer wenn Ihr Sehverlust akut und schwerwiegend ist oder symmetrisch auf beiden Augen, kann das Sehen subjektiv ganz normal erscheinen – selbst wenn Ihnen bereits die Hälfte des Gesichtsfelds fehlen sollte! Das liegt daran, dass die Sehschädigung des einen Auges nicht wahrnehmbar ist, solange das andere Auge normal sieht.

Bei bereits bekannter Erkrankung sollten Sie häufiger zur Augenuntersuchung gehen. In höherem Alter steigt das Risiko für grauen Star, eine Trübung der Linse, und auch für das Glaukom (»grüner Star«), bei dem der Sehnerv geschädigt wird. Auch andere ernste Augenerkrankungen treten in fortgeschrittenem Alter häufiger auf.

Tipps vor den Augenuntersuchungen: Wie Sie sich vorbereiten

Auch wenn das Ganze sich »Augenuntersuchung« nennt, prüft Ihr Arzt dabei nicht nur den Zustand Ihrer Augen, sondern achtet auch auf Anzeichen für Probleme im visuellen System des Gehirns. Beim ersten Termin wird eine gründliche Eingangsdiagnose erstellt, auf deren Basis sich künftige Testergebnisse einordnen lassen. Bei regelmäßigen Augenkontrollen ist Ihr Arzt so in der Lage, schnell zu erkennen, falls Ihr Sehvermögen sich signifikant verändern sollte.

Bewahren Sie die medizinischen Befunde so gewissenhaft auf, wie Sie Ihre Briefmarkensammlung pflegen, Ihre Quittungen aufheben oder Ihren Kontostand kontrollieren. Es handelt sich um wertvolle Informationen, für die Sie oder Ihre Versicherung bezahlt haben!

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Arzt Ihre familiären Vorbelastungen kennt – vor allem, wenn dazu Bluthochdruck oder Diabetes gehören. Eine familiäre Belastung muss zwar nicht automatisch bedeuten, dass diese Erkrankungen bei Ihnen ebenfalls auftreten werden, doch das Risiko dafür ist auf jeden Fall erhöht. Patienten mit familiären Vorbelastungen, und zwar nicht nur, was Augenerkrankungen angeht, sollten daher häufiger zur Kontrolle gehen. Üblicherweise wird Ihr Arzt Sie einen Fragebogen ausfüllen lassen, in dem die entsprechenden Punkte abgefragt werden. Vor der ärztlichen Untersuchung sollte Ihr Arzt oder das Praxispersonal sich außerdem notieren, welche Medikamente Sie einnehmen.

Nachdem die Krankengeschichte, die eingenommenen Medikamente und Fragen der Versicherung und der Kostenübernahme besprochen worden sind, wird Ihr Arzt mehrere Tests durchführen, um festzustellen, ob Sie eine Brille benötigen oder unter einer Augenerkrankung leiden.

Welche Augenuntersuchungen sind sinnvoll?

Um das Vorliegen und die Ausprägung einer Sehbehinderung präzise zu diagnostizieren, sind einige Funktionstests erforderlich, mit denen die visuelle Wahrnehmung gemessen wird. Einige der wichtigsten Augenuntersuchungen, mit denen Sie beim Augenarzt rechnen können, möchte ich hier kurz beschreiben.

Die Pupillenerweiterung

Die Pupille ist der schwarze Punkt in Ihrem Auge, in der Mitte des farbigen Rings, der Iris. Sie entspricht in ihrer Funktion etwa der Blende eines Kameraobjektivs, die die Lichtmenge reguliert, die zum Film beziehungsweise den Bildsensoren gelangt. Die Pupillenerweiterung ermöglicht es dem Arzt, die Augenrückwand, also die Retina, und die damit zusammenhängenden Strukturen zu untersuchen.

Durch die Untersuchung kann Ihr Arzt die Netzhaut besser beobachten – die dünne, lichtempfindliche Nervenzellschicht an der Rückwand des Augapfels (Abbildung 1). Dabei sucht der Arzt oder die Ärztin nach Krankheitssymptomen der diabetischen Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Retina geschädigt sind, oder auch nach Symptomen der altersbedingten Makuladegeneration, bei der das zentrale Sehvermögen beeinträchtigt ist.

Die-Pupillenerweiterung-bei-den-Augenuntersuchungen

Die Erweiterung der Pupille ermöglicht es Ihrem Arzt, eine vorhandene Schädigung des Sehnervs besser zu beurteilen und die mit der Netzhaut verbundenen Strukturen besser zu erkennen. Da die Wirkung der pupillenerweiternden Augentropfen über die augenärztliche Untersuchung hinaus anhält, werden Sie wahrscheinlich ein paar Stunden verschwommen sehen. Vorsicht: Es kann zu unangenehmen Blendeffekten kommen! Es empfiehlt sich daher, zur Untersuchung eine Sonnenbrille mitzunehmen, die Sie beim Verlassen der Praxis aufsetzen können, damit weniger Licht ins Auge fällt. Bis die Wirkung abgeklungen ist, dürfen Sie auf keinen Fall ein Fahrzeug lenken (das Auto stehen lassen!) oder gefährliche Apparate bedienen.

Der Sehschärfentest

Der Sehschärfentest misst Ihre Fähigkeit, kleinste Details zu erkennen. Dabei müssen Sie eine Tafel ablesen, die meist oben links mit einem großen »E« beginnt. Beim gebräuchlichsten, dem Snellen-Test, wird gemessen, wie gut Sie unterschiedlich große Buchstaben aus verschiedenen Entfernungen erkennen. Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass die »perfekte Sehstärke« einem Wert von 1,0 entspricht. Damit ist die Fähigkeit gemeint, die meisten Zeilen der Snellen-Tafel aus einer festgelegten Entfernung ohne Brille so gut lesen zu können wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Ein Mensch mit einem Sehvermögen von 6/12 kann in einer Entfernung von sechs Metern nur noch das lesen, was jemand mit gutem Sehvermögen auch aus einer Entfernung von zwölf Metern lesen kann.

Augenuntersuchungen: Der-Sehschärfentest

Nachdem der Arzt Ihre Sehschärfe bestimmt hat, wird er wahrscheinlich mehrere Reaktionstests mit Ihnen durchführen (Abbildung 2). Anhand dieser Tests lassen sich Sehfehler wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit genau messen; anschließend wird über die Maßnahmen zur Korrektur entschieden. Sie erhalten dann ein Rezept mit den Testwerten, damit der Optiker die richtigen Brillengläser für Sie bestellen kann.

Vermessung des Gesichtsfelds

Bei der Vermessung des Gesichtsfelds werden sowohl das Zentralsehen als auch das seitliche oder periphere Sehvermögen gemessen. Anders als beim Sehschärfentest, bei dem Ihre Fähigkeit gemessen wird, kleinste Details im Zentrum des Gesichtsfelds zu erkennen, liefert ein Gesichtsfeld-Test Informationen über die Größe des Areals, das Sie sehen können, wenn Sie Ihre Augen konstant auf einen Fixationspunkt richten – bei ca. 80 Winkelgrad in alle Richtungen (mit Ausnahme des Bereichs, wo die Nase die Sicht begrenzt).

Der Test prüft, ob Ihr Gesichtsfeld Abschnitte mit Sehverlust oder Skotom (Gesichtsfeldausfall) aufweist. Bei Menschen mit Sehverlust gibt es darüber hinaus blinde Bereiche, die medizinisch als Skotom bezeichnet werden. Sie sind Anzeichen einer Erkrankung und damit ein Problem. Das Gesichtsfeld wird für jedes Auge einzeln mit einem Perimeter gemessen, einem Gerät, das festzustellen hilft, wie viel Sie von der visuellen Welt wahrnehmen. Es ist wichtig zu verstehen, wie ein Perimeter funktioniert und was genau es misst.

Perimeter und das Gesichtsfeld bei einen Glaukompatienten

Abbildung 3 zeigt das Gesichtsfeld eines Glaukompatienten, das nur den zentralen Bereich von fünfunddreißig Winkelgrad eines Auges umfasst. Die weißen Felder markieren normales Sehvermögen, die grauen teilweises Sehvermögen oder Restsehen (21); in den schwarzen Bereichen ist der Patient blind. Das Viereck im Zentrum des Gesichtsfelds ist das Lesefenster, das für die normale Lesefähigkeit intakt sein muss. Hier befindet sich der Bereich der größten Sehschärfe. Der weiße Kreis um den schwarzen Punkt markiert die Größe und Lage des angeborenen (normalen) blinden Flecks. Das Gesichtsfeld wird für jedes Auge separat gemessen. Dafür deckt man ein Auge mit einer Augenklappe ab, während das andere getestet wird.

Zur genauen Messung des Gesichtsfelds werden standardisierte Perimeter verwendet. Typischerweise sitzt man dabei vor einem konvexen, einer Halbkugel ähnlichen Bildschirm und muss einen Punkt in der Mitte fixieren. Die Aufgabe besteht darin, auf alle auf dem Bildschirm erscheinenden Lichtpunkte, die »Zielreize«, mit Knopfdruck zu reagieren. Falls dabei Zielpunkte übersehen werden oder blasse Zielpunkte unbemerkt bleiben, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das Sehvermögen in den betreffenden Gesichtsfeldabschnitten beeinträchtigt ist.

Bei der Perimetrie müssen Sie auf kleine Leuchtpunkte vor einem dunklen oder grauen Hintergrund reagieren, was sich in etwa anfühlt, als würden Sie in der Dämmerung Glühwürmchen fangen. Um eine Kopfbewegung während des Tests zu verhindern, ruht Ihr Kinn auf einer Ablage vor einem nach innen gewölbten Bildschirm, während Sie auf den Fixationspunkt in der Mitte fokussieren. Jedes Mal, wenn Sie einen Lichtpunkt oder visuellen Stimulus bemerken, drücken Sie einen Knopf.

Sie können sich das wie eine dunkle Wüste vorstellen, in der Sie zu einer Lichtquelle in der Ferne blicken müssen. Während Sie diesen Punkt fixieren, fangen Sie Glühwürmchen, die nacheinander an zufälligen Stellen Ihres Gesichtsfelds auftauchen. Die Lichtquelle in der Ferne ist Ihr Fixpunkt, die Glühwürmchen sind die Zielreize. Jeder Knopfdruck zeigt dem Perimeter, dass Ihr Sehvermögen in diesem Bereich intakt ist. Ein übersehener Zielreiz dagegen kann auf einen Sehverlust hindeuten.

Bereiche, in denen Sie selbst die hellsten Glühwürmchen übersehen, gelten als vollkommen blind. Sind Sie dagegen imstande, Punkte mit hoher Leuchtkraft zu sehen, weniger heller oder matte Lichtpunkte jedoch nicht, liegt möglicherweise ein relativer Defekt vor. In diesem Fall ist zwar noch Sehvermögen vorhanden, es ist jedoch vermindert. Man geht bei diesem Gesichtsfeldbereich dann von einem partiellen Sehverlust aus (»Restsehen«).

Ohne eine solche Gesichtsfeldmessung wird Ihnen ein Sehverlust nur sehr schwer selbst auffallen. Was die Retina aufnimmt, entspricht nicht unbedingt dem Bild, das das Gehirn wahrnimmt. Auch wenn auf einem Auge ein Sehverlust vorliegt, kann das Gehirn, solange das andere Auge intakt ist, immer noch das gesamte Bild sehen. Subjektiv scheint also alles in Ordnung. Um Erkrankungen frühzeitig erkennen zu können, müssen die Augen also getrennt voneinander getestet werden.

Tonometrie

Tonometrie zur Untersuchung des Augeninnendrucks

Beim Tonometrietest wird der Augeninnendruck gemessen. Hierdurch kommt man sowohl dem Glaukom auf die Schliche als auch weiteren Augenerkrankungen, die mit dem Augeninnendruck zusammenhängen könnten (Abbildung 4). Dafür wird das Auge mit einem kurzen Luftstoß getestet, oder man bringt in Augennähe ein druckempfindliches Gerät an. Da das etwas unangenehm sein kann, wird das Auge mit Augentropfen leicht betäubt.

Der Spaltlampentest

Spaltlampentest

Bei der Spaltlampe handelt es sich um ein Mikroskop geringer Vergrößerung, das das Licht einer intensiven Lichtquelle zu einem dünnen Strahl bündelt (Abbildung 9). Dieser Test kann zur Diagnose von Erkrankungen wie Hornhautverletzungen, Makuladegeneration, Katarakt, Netzhautablösung und Uveitis (eine Gruppe entzündlicher Erkrankungen, die zu Gewebeschwellungen und Zerstörung von Augengewebe führen) beitragen.

Je nach dem Zustand Ihrer Augen wird der Arzt oder die Ärztin möglicherweise weitere Augenuntersuchungen durchführen. So gibt es noch spezielle Untersuchungen für Glaukome oder für hervortretende Augen. Letztere können ein Zeichen für eine Fehlfunktion der Schilddrüse sein, die Ihren Verbrauch von Energie und Hormonen regelt. Andere Tests prüfen, ob Sie trockene Augen haben, wie gut Ihre Augen zusammenarbeiten oder ob Sie farbenblind sind.Vielleicht verwendet Ihr Arzt auch ein Ophthalmoskop – ein Instrument mit Spiegel und Linse, mit dem das Augeninnere untersucht wird, darunter die Retina und Nerven, die für die Informationsweiterleitung zum Gehirn verantwortlich sind. Die Retina gleicht dem Film in der Kamera: Das lichtempfindliche Gewebe im hinteren Teil des Auges erfasst die eintreffenden Lichtstrahlen des Bildes und verwandelt sie in Nervenimpulse, um sie über den Sehnerv zum Gehirn zu leiten, wo die neuronale Information weiter verarbeitet wird.